Die 10 wichtigsten Demenz-Anzeichen erkennen.

"Mir ist die Sprache gestorben." (Walter Jens)

Demenz: Anzeichen und Stadien erkennen und verstehen

 Die meisten Menschen verbinden eine Demenz vor allem mit ausgeprägter Vergesslichkeit. Dies ist ein wichtiges Erkennungsmerkmal, aber nur eines von vielen.

 

Die 10 wichtigsten Demenz-Anzeichen erkennen

 

1.         Vergesslichkeit und Verwirrtheit

Wie hieß der kleine Enkel nochmal? Hast Du mir das wirklich gestern schon mal erzählt? Und wo ist eigentlich mein Badezimmer? Eines der ersten Demenz-Anzeichen ist eine zunehmende Vergesslichkeit und Verwirrtheit. Das Wissen über eigentlich selbstverständliche Dinge geht nach und nach immer mehr verloren. Die eigene Wohnung und die eigene Familie können einem plötzlich fremd vorkommen.

 

2.         Probleme, den Alltag zu bewältigen

Plötzlich klappen gewohnte alltägliche Dinge nicht mehr, es können keine komplexen Zusammenhänge mehr erkannt werden. Der Kranke ist plötzlich nicht mehr in der Lage, alleine einzukaufen oder Wäsche zu waschen. Er verlernt Dinge wieder, die sein ganzes Leben lang kein Problem waren. Im Alltag können dadurch Gefahren lauern: Dann wird auch mal vergessen, den Herd wieder auszuschalten oder man verlässt das Haus und findet nicht mehr zurück.

 

3.         Verlust der Orientierung

Schon im Frühstadium der Erkrankung kommt es als typisches Demenz-Anzeichen zum Verlust der räumlichen und zeitlichen Orientierung. Das große Geschäft wird in den Mülleimer erledigt, weil der Angehörige nicht mehr wusste, wo die Toilette ist. Wenn Sie ihn zum vereinbarten Termin besuchen, ist er vielleicht völlig überrascht und weiß gar nicht mehr, welcher Tag ist. Auf die Frage nach der Jahreszahl antworten nicht wenige auch mit Daten aus ihrer Kindheit oder Jugend.

 

4.         Sprachschwierigkeiten

Es liegt mir doch auf der Zunge... Mit dem zunehmenden Gedächtnisverlust geht auch der Wortschatz verloren. Es werden falsche Wörter benutzt, Wörter weggelassen, die einem gerade nicht einfallen oder der ganze Satz wird unverständlich. Manchmal ist in fortgeschrittenen Stadien einer Alzheimer-Krankheit fast gar keine Kommunikation mehr möglich.

 

5.         Aggressivität und Reizbarkeit

Nicht selten wird aus dem einst so freundlichen Senior plötzlich ein aggressiver, streitsüchtiger Mensch, der vielleicht sogar seine eigenen Angehörigen beschimpft, bespuckt, tritt oder schlägt. Auch das ist im Rahmen einer Demenz nicht ungewöhnlich. Das ist keine böse Absicht des Kranken und nicht persönlich gemeint.

 

6.         Veränderungen der Persönlichkeit

Auch unabhängig von aggressiven Tendenzen bekommen Menschen mit Demenz häufig Persönlichkeitszüge, die man früher von ihnen nicht kannte. So wird der aktive und lebenslustige Mensch vielleicht müde und träge, der fröhliche Angehörige plötzlich ängstlich und weinerlich.

 

7.         Depressionen

Depressionen mit ausgeprägter Traurigkeit, Hoffnungslosigkeit und Antriebsarmut können zusammen mit einer Demenz vorkommen oder eine Vorstufe sein.

 

8.         Halluzinationen oder Wahnvorstellungen

Bei manchen Formen der Demenz kommt es auch vor, dass die Menschen Dinge sehen oder hören, die nicht real sind. So greifen sie vielleicht plötzlich in die Luft, um eine imaginäre Fliege zu verscheuchen oder sehen kleine Tiere in der Zimmerecke. Auch Wahnvorstellungen können vorkommen, bei denen die Kranken zum Beispiel denken, pflegende Angehörige wollten sie vergiften oder sie würden vom Geheimdienst beobachtet.

 

9.         Verlust des Geruchssinns

Patienten mit Demenz, insbesondere auch im Rahmen eines Parkinson-Syndroms, verlieren häufig ihren Geruchssinn und damit einhergehend ihren Geschmackssinn. So schmeckt ihnen dann das Lieblingsessen nicht mehr oder sie riechen nicht, wenn das Essen auf dem Herd angebrannt ist.

 

10.       Einschränken der Alltagsaktivitäten

Insbesondere im Anfangsstadium der Krankheit nehmen die Betroffenen die Demenz-Anzeichen selbst wahr und merken, dass vieles nicht mehr funktioniert wie früher. Um die ersten Demenz-Anzeichen zu vertuschen, werden alltägliche Aktivitäten eingeschränkt: Sie fahren nicht mehr mit dem Bus in die Stadt, weil sie Angst haben, den Rückweg nicht mehr zu finden. Oder sie sagen den geliebten Spieleabend ab, weil sie sich nicht mehr konzentrieren und das Spiel verfolgen können.

 

Es wird immer schlimmer - Stadien der Demenz

 Sie als pflegende Angehörige kennen es: Genauso unterschiedlich wie alle Menschen sind auch Patienten mit Demenz. Jeder zeigt verschiedene Demenz-Anzeichen, die sich immer wieder ändern können. Auch wenn dadurch bei jedem ein individuelles Krankheitsbild vorliegt, teilt man die Demenz grob in drei Stadien ein: leicht, mittelschwer und schwer.

 

Bei einer leichten Demenz können nicht mehr alle Alltagstätigkeiten wie gewohnt ausgeführt werden, ein eigenständiges Leben ist aber noch möglich. Typische Demenz-Anzeichen in diesem Stadium sind Stimmungsschwankungen, Betroffene sind leicht reizbar oder depressiv verstimmt. Wenn eine mittelschwere Demenz vorliegt, können leichte alltägliche Aufgaben noch bewältigt werden, auf komplexe Situationen kann aber nicht mehr adäquat reagiert werden. Die betroffenen Personen sind meistens auf fremde Hilfe angewiesen und können nicht mehr komplett selbstständig leben. Meistens müssen sie aber noch nicht ununterbrochen beaufsichtigt werden. Typische Demenz-Symptome dieser Phase sind Unruhe, aggressives Verhalten, Schreien, Nesteln oder ein gestörter Tag-Nacht-Rhythmus. Kommt es zur Phase der schweren Demenz, müssen Kranke normalerweise vollständig betreut werden. Das selbstständige Bewältigen von Alltagstätigkeiten ist nicht mehr möglich, Gedankengänge können oft nicht mehr kommuniziert werden.

 

Wissenschaftler beschreiben das Fortschreiten einer Demenz manchmal wie eine "umgekehrte Kindheitsentwicklung". Demenzkranke verlieren ihre erlernten Fähigkeiten in der umgekehrten Reihenfolge, wie sie ein Kind in seiner normalen Entwicklung lernt. Während zuerst vielleicht nur Gegenstände verloren werden, ist im Verlauf selbst bei einfachen Tätigkeiten wie Waschen oder dem Toilettengang Unterstützung notwendig. Bis schließlich selbst die Sprache und der sichere Gang wieder verloren gehen.

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